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KIG - das befundbezogene kieferorthopädische Indikationssystem

KIG - Das Schema zur Einstufung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfs anhand kieferorthopädischer Indikationsgruppen
Die Zuordnung zu einer Behandlungsbedarfsgruppe findet unmittelbar vor Behandlungsbeginn statt.
Anlage 1 zu Abschnitt B Nr. 3 der KFO-Richtlinien
(überarbeitete Version: KZBV Schreiben vom 23.08.2006)
Behandlungs
bedarf
Grad 1 2 . 3 4 5
Kraniofaciale
Anomalien
A . . . . Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bzw.
andere kraniofaciale Anomalie
Zahnunterzahl
(Aplasie oder Zahnverlust)
U . . . Unterzahl
(nur wenn präprothetische Kieferorthopädie oder kieferorthopädischer Lückenschluss indiziert)
.
Durchbruchsstörungen S . . .. Retention
(außer 8er)
Verlagerung
(außer 8er)
Sagittale
Stufe
distal D bis 3 mm über 3,
bis 6 mm
. über 6, bis 9 mm über 9 mm
(bei Habit)*
mesial M . . . 0 bis 3 mm über 3 mm
Vertikale
Stufe
offen
(auch seitlich)
O bis 1 mm über 1,
bis 2 mm
über 2,
bis 4 mm
über 4 mm
habituell offen
(bei Habit)*
über 4 mm
skelettall offen
tief T über 1, bis 3 mm über 3 mm,
ohne/mit
Gingivakontakt
über 3 mm,
mit traumatischem
Gingivakontakt
. .
Transversale
Abweichung
B . . . Bukkal- / Lingualokklusion .
K . Kopfbiss beidseitiger
Kreuzbiss
einseitiger
Kreuzbiss
.
Kontaktpunktabweichung
Engstand
(in der Front )*
E unter 1 mm über 1,
bis 3 mm
über 3,
bis 5 mm
über 5 mm .
Platzmangel
(distal der seitl. Schneidezähne)*
P . bis 3 mm über 3,
bis 4 mm
über 4 mm .
( )* Anmerkung der Redaktion Erläuterung der KIG-Tabelle
Es reicht, wenn ein Patient in einer Befundgruppe einen Schweregrad größer als 2 erreicht, dann wird die Behandlung komplett von der Krankenkasse übernommen. Es gilt also bei mehreren Anomalien diejenige mit der stärksten Ausprägung.
Beginn der Behandlung (Grundsatzregelung):
Kieferorthopädische Behandlungen sollen nicht vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels (spätes Wechselgebiss) begonnen werden. (gem. B Nr. 7 KFO-Richtlinien) **
Ausnahmefälle für Kfo-Maßnahmen vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels:
(gem. B Nr. 8 KFO-Richtlinien)
Kieferorthopädische Maßnahmen vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels (spätes Wechselgebiss) sind im Rahmen vertragszahnärztlicher Versorgung in folgenden Ausnahmefällen** angezeigt:
a) Beseitigung von Habits bei einem habituellen Distalbisss mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5 oder einem habituell offenen Biss mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 4,
b) Offenhalten von Lücken infolge vorzeitigem Milchzahnverlust,
c) Frühbehandlung eines Distalbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5, eines lateralen Kreuz- oder Zwangsbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad K 3 oder K 4, sofern dieser durch präventive Maßnahmen (Einschleifen) nicht zu korrigieren ist, einer Bukkalokklusion (Nonokklusion) permanenter Zähne mit dem Behandlungsbedarfsgrad B 4, eines progenen Zwangsbisses/frontalen Kreuzbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder die Behandlung zum Öffnen von Lücken mit dem Behandlungsbedarfsfgrad P 3.

Die Frühbehandlung soll nicht vor dem 4. Lebensjahr begonnen werden und innerhalb von sechs Kalenderquartalen abgeschlossen werden.

(Anmerkung der Redaktion: KIG Einstufung für Frühbehandlungen ist in der Tabelle oben grün markiert!)

(Anmerkung der Redaktion: Eine Frühbehandlung im Sinne der Nr. 8 Buchstabe c der Kfo-Richtlinie kann längstens 6 Quartale andauern. An die Frühbehandlung kann sich jedoch eine reguläre kieferorthopädische Behandlung anschließen, deren Voraussetzung - zweite Wechselgebissphase - erfüllt sein muss.)

d) Frühe Behandlung einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte oder anderer kraniofacialer Anomalien, eines skelettal-offenen Bisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 5, einer Progenie mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder von verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen.
** Anmerkung der Redaktion: Andere Ausnahmen von diesem Grundsatz (Nr. 7) gibt es nicht!
Die Maßnahmen nach den Nummern 8 c und d beinhalten den Einsatz individuell gefertigter Behandlungsgeräte.

zur Erläuterung der KIG-Tabelle

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